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23.11.04

Everquest 2

Tja, ich bin immer noch krank. Aber es wird besser, mal sehn - aber da mir daheim relativ langweilig ist spiele ich dann und wann Everquest 2. Liegenderweise, zumeist :) Details von meiner Krankheit erspare ich an dieser Stelle allen (ausser mir :P)

Ich erzähle lieber was über EQ2. Dort spiele ich auf dem deutschen Server "Innovation", und zwar einen Gnom. Als Startstadt habe ich Freihafen gewählt...

... bin also von der Gesinnung her böse. Wer hätte es gedacht :). Gestern habe ich meine erste Spezifizierungsquest erfüllt, das war ein riesiger Spass. Es hat auch ne ganze Weile gedauert, aber mehr als rumliegen war gestern eh nicht drin. Freihafen ist eine tolle Stadt. Die Atmosphäre ist einmalig, man merkt das man auf der bösen Seite ist. Dabei ist die Stadt keineswegs unrealistisch (für ein Fantasy-Szenario). Man wird von der Anfängerinsel per Boot in einen Teil der Stadt gebracht, je nach gewählter Rasse unterscheidet sich das. Als Gnom wurde ich in die Tempelstrasse gebracht - ein (wie alle Startgebiete) Slum. Der ist zwar nicht wirklich schön, aber es ist eben ein Slum. Lemhäuser. Dreck am Boden. Am Platz gibt es eine Katze die Herr Buttons heisst. Beim betreten der Stadt fällt es nicht sofort auf, aber man bemerkt es mit der Zeit : die Gebiete sind unheimlich belebt. Herr Buttons jagt Ratten oder rennt vor einem herumstreifendem Hund weg, zwischen Schweinen, anderen Gnomen oder Rattongas durch das Gebiet. Gnome unterhalten sich hier und da, Rattongas kann man auch sehen und ab und an kommt sogar ein Troll vorbei. Ok, das war vermutlich ein Spieler. Aber zurück zu meinem Gnom. Orgolf heisst er. Kaum war ich in der Tempelstrasse angekommen wurde ich auch schon von einem Rattonga aufgefordert, mich als Flüchtling zu melden (Flüchtling -> das hängt mit der Geschichte von EQ2 zusammen). Das tat ich natürlich. Anschliessend bekommt man ein Zimmer in einem Gasthaus geschenkt. Geschenkt bedeutet in diesem Fall, das man die ersten Gebühren nicht entrichten muss und 7 Tage umsonst dort leben kann, danach wird eine vermutlich wöchentliche Miete von 5 Silberlingen fällig - ein kleines Vermögen für mich. Der anfangs etwas schroffe Spender der Behausung spendet einen Tisch, Spiegel und einen Kronleuchter. Diese kann man innerhalb des Zimmers aufstellen. Ermuntert von diesen Dingen habe (am Wochenende schon) meine Bürgerschaftsquest erfüllt, ich musste in der Kanalisation ein paar Dinge finden. Stolz wurde ich Bürger von Freihafen und durfte auch Gebiete ausserhalb der Slums betreten. Das erste mal hat es mich schier von Bett gehauen. Hatte ich zwar vorher das Leben bemerkt, die Tiere in den Slums und das geschäftige Treiben, so stehe ich nach dem passieren des unglaublich riesigen Tores, wenn man von der Wache absieht die mich abfällig anschaut, alleine auf einer riesigen Strasse (das Anschauen ist übrigens nicht meiner Einbildung entsprungen. Charaktere schauen sich an, wenn sie miteinander reden, oder wenn jemand vorbeiläuft bewegt sich er Kopf manchmal mit). Nun ja, für mich als Gnom sieht natürlich alles doppelt so gross aus. Aber auch ein Troll würde es gigantisch empfinden, da wette ich. Da ich von der Wache weg wollte lief ich also fluchs die Strasse entlang, bis ich an einen Wegweiser kam. Links von mir ging eine Treppe hoch, und hier konnte man zum ersten mal die wirklichen Ausmaße Freihafens erahnen. Rechts von mir war das Meer, da ging es auch noch mehrere Treppen hinunter, um in die Nähe zu kommen. Aber links... da ging es erstmal nen ganzes Stücken nach oben. Da ichs mal wieder nicht abwarten konnte erkundete ich erstmal nicht die Einzelheiten sondern wanderte weiter. In West-Freihafen gibt es nämlich ein Stadttor, hatte ich aufgeschnappt. Da wollte ich hin, die Landschaft ansehen. West-Freihafen liegt weiter höher als die Tempelstrasse und ist relativ eben. Dort ist auch der Platz der Hinrichtung. Ok, das klingt nun etwas böse - aber das soll es ja auch sein. Ich laufe der Strasse weiter entlang, den Schildern folgend - "Gemeinlande", das ist mein Ziel. Auf englisch klingt es besser : The Commonlands (Man merkt schon, die deutsche Übersetzung ist an manchen Stellen grausig... aber darüber sehe ich grosszügig hinweg.). Da ist das Tor, ich sehe es schon. Eine Gruppe von 4 Wachen kommt mir entgegen - ehrfürchtig gehe ich aus dem Weg. Die haben viel grössere Schwerter als ich, und nett sind sie auch nicht. Abschaum bin ich für sie. Noch. Aber wartet nur... Die Wache marschiert vorüber - beachtet mich kaum. Nur einer schaut mich im vorbeigehen an und beschimpft mich. Oke oke, ich bins ja gewohnt. Fluchs husche ich weiter in Richtung der Tore und passiere sie ohne weitere Probleme. Nun stehe ich draussen. Links steht ein Mann der mich zu sich winkt, rechts eine Kuhherde. Ich entscheide mich kurzerhand für die linke Seite, bereit neue Beschimpfungen entgegen zu nehmen. Aber nein, er will etwas ganz anderes. Er grüsst mich, und fordert von mir Dienste ein. Zurecht, wie er meint, hat doch der Fürst mir ein Haus gegeben und mich in Freihafen aufgenommen. Ok, da hat er wohl recht. Und zuviel verlangt er auch nicht - ich soll ein paar Gürteltiere töten. Das ist nicht weiter schwer, ich laufe also hinaus. Der steinerne Weg endet kurz nach den Toren und wird durch eine.. Strasse aus Kiesel, Sand oder Dreck ersetzt. Zu beiden Seiten sieht man Ungeziefer. Schlangen, Käfer, Gürteltiere. Die Gürteltiere sind grösstenteils keine wirklichen Gegner für mich, auch Zweiergruppen kann ich meistern. Schnell habe ich mein Soll erfüllt und die erforderliche Anzahl Gürteltiere elimiert. Dabei habe ich 2 Ketten gefunden. Die kann ich zwar nicht anziehen, aber verkaufen. Ich ziehe es allerdings vor, noch ein wenig die Gegend zu erkunden. Dazu verfolge ich den Weg erstmal weiter, passiere mehrere Mauerreste bis ich zu weiteren Wachen stosse. Hier beginnen wohl die Gemeinlande wirklich, da ich in (gottseidank) weiter Ferne Orks erkennen kann, die sich dort sammeln und auf vorbeilaufende Abenteurer stürzen. Ich laufe ein wenig weiter, was sich als katastrophaler Fehler entpuppt. Ich war zwar nicht so doof direkt zu den Orks zu laufen, sondern nach rechts zu einem kleinen Wäldchen das ich erspechtet hatte. Dummerweise hatte ich die dort herumstrolchenden Hunde übersehen, die sich mit Freude über mich hermachten. 3 Stück, weit über meiner Erfahrungsstufe. Glücklicherweise war eine Gruppe Trolle in der Nähe, die locker mit diesen Hunden fertig wurden, nachdem ich um Hilfe gerufen hatte. Ich habe mich bedankt und bin so schnell mich meine kleinen Füsse tragen konnten zurück in die Stadt. Puuh, das war doch zuviel für mich. Ich beschloss mich erstmal einer weniger gefährlichen Sache zu widmen. Dem Handwerk. 2 Beutel voller Materialien hatte ich ja noch, auf der Bank. Die holte ich mir und suchte eine geeignete Werkstätte. Natürlich in der Tempelstrasse, da waren ja alle nett zu mir. Werkstätten kann man natürlich nicht einfach so nutzen. Man muss einer Handwerkergilde angehören. Ich schloss mich kurzerhand dem Zirkel von Vaniki an. Sobald ich dass gemacht hatte erhielt ich Zugang zu den Gildenräumen. Dort gab es zahlreiche Werkbänke. Der Rattonga an der "Rezeption" liess mir auch gleiche eine Aufgabe zukommen um meinen Stand in der Gilde zu erhöhen. Wurzel sollte ich suchen, das verschob ich jedoch grosszügig auf später. Ich wollte ein Bett bauen. Schliesslich näherte der Abend sich in riesigen Schritten und ich hatte nur einen Tisch als Möbel in meinem Raum. Also das Handwerksbuch aufgeschlagen, und nachgeschaut was ich brauche. Das meiste hatte ich bereits in meinen Taschen, lediglich ein wenig Garn und Faden fehlte zur Herstellung des Kissens und der Decke. Den konnte ich mir sogar leisten, als ich meine Beute von meinem Ausflug beim Gildenhändler verkaufte. Ein kleines Vermögen hatte ich nun, die Miete konnte ich mir gut leisten nun. 8 Silberlinge und ein paar Kupfermünzen hatte ich. Ich war reeeeiiiiich. Ich fertigte mein Bett relativ zügig. Besonders gut war ich zwar nicht, und konnte nur ein Bett der kleinsten Qualitätsstufe fertigen, aber für den Anfang immerhin. Mindestens 5cm bin ich gewachsen als ich mein Bett in meinem Zimmer aufstellte. Und das ist für einen Gnom ne ganze Menge. Und so konnte ich mich zur Ruhe betten ... den Schlaf hatte ich mir verdient...

Posted by Benni at 23.11.04 13:38

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